Feng Shui

Brauchst du das wirklich? – Feng Shui für deine Seele

Kennst du das auch, dass du bei einem Blick in deinen Kleiderschrank feststellst, dass du einfach nichts zum Anziehen hast? Zumindest nichts, das du gerne tragen würdest?

Mir ging es eine ganze Zeit lang so, dass ich mit meiner Kleidung absolut unzufrieden war. Oder besser gesagt, es ging mir ziemlich häufig so, dass ich meine Garderobe neu überdachte und einen ganz neuen Look anstrebte. Dazu fehlten dann natürlich meist die passenden Kleidungsstücke.

Die alten Fetzen wurden langweilig, ich hatte mich daran satt gesehen. Außerdem wollte ich mich gerne neu, frisch und irgendwie anders sehen.

In solchen Zeiten ging ich dann shoppen. Natürlich.

Oft fand ich so viel Gefallen daran, dass es nicht bei einer Shopping-Tour blieb. Manchmal wurden ganze Wochen daraus, in denen ich immer mehr haben wollte.

Ich war einfach begeistert vom neuen Look, den neuen Kleidungsstücken und wollte dieses Gefühl so lange wie nur möglich aufrecht erhalten. Hatte ich ein neues Stück erworben, fühlte ich mich richtig gut.

Das hielt nur meist nicht lange an. Deshalb ging ich wieder zum Shoppen.

BRAUCHST DU DAS WIRKLICH?

Ich muss zugeben, mir ging es nicht nur mit Kleidung so. Eine Zeit lang waren es auch Elektrogeräte. Oder Schmuck. Ganz egal, um welche materiellen Güter es auch ging, sie machten mich im Moment des Kaufs und vielleicht auch noch ein paar Tage danach richtig glücklich.

Nach spätestens zwei Wochen landeten sie allerdings im Schrank und verstauben nun mit all den anderen Dingen, die ich irgendwann einmal unbedingt brauchte. Manche benutze ich auch tatsächlich noch, aber die Euphorie des Kaufs ist lange verflogen und eigentlich wäre ein noch besseres Laptop, eine noch bessere Kamera, das vierte Objektiv oder die fünfte weiße Bluse im Schrank nicht notwendig gewesen.

Wieso aber kaufen wir Dinge, die wir – bei genauerer Überlegung – gar nicht brauchen?

WAS STECKT HINTER DIESEM KAUFVERHALTEN?

Hier kommt unsere Psyche ins Spiel.

Dass dieses Kaufverhalten nicht gesund ist, kannst du dir bestimmt vorstellen. Wir gehen meistens nicht in ein Geschäft und kaufen uns irgendetwas, weil wir es wirklich unbedingt brauchen. Was brauchen wir schon wirklich zum Leben? Nicht sonderlich viel, wenn du genauer über diese Frage nachdenkst.

Trotzdem treibt uns die Kauflust regelmäßig in Gewandgeschäfte, in Elektroläden oder in Schuhgeschäfte.

Wir versuchen damit etwas zu kompensieren.

Das ist uns meist noch nicht einmal bewusst. Wir spüren einfach nur den Drang uns etwas Neues zu kaufen. Vielleicht glauben wir, dass es uns schöner, besser, beliebter, sportlicher, oder was auch immer macht.

Aber was steht hinter diesen Wünschen, sich schöner, besser, beliebter oder sportlicher zu fühlen?

Wir suchen im Außen etwas, das wir nur in uns selbst, im Inneren, finden können. Aber auf diese Idee kommen wir leider gar nicht erst.

Wir sind ständig auf der Suche nach irgendetwas. Oft wissen wir noch nicht einmal, wonach wir überhaupt suchen.

Aber eines ist ganz sicher, wir werden es nicht im Außen finden. Und auch nicht in den tollsten Produkten dieser Welt.

Es kann sein, dass du dich einsam fühlst. Vielleicht fühlst du dich auch nicht geliebt. Oder du möchtest dich einfach nur von deinen Sorgen und Ängsten ablenken. Fakt ist, du suchst ein Glücksgefühl im Außen, das du auf Dauer nur in dir selbst finden kannst.

DER AUSWEG

Doch wie kommt man aus diesem Verhalten wieder raus? Es ist nämlich tatsächlich wie eine Sucht. Das Problem ist nur, dass man es oft gar nicht erkennt.

Da es bei mir noch gar nicht so lange her ist, dass ich im Übermaß eingekauft habe und nicht einmal mehr wusste, was da eigentlich alles in meinem Schrank hängt, möchte ich dir erzählen, was ich dagegen unternommen habe.

Als erstes war es natürlich wichtig, einzusehen und zu erkennen, dass es mir gar nicht um die gekauften Gegenstände ging.

Ich hatte damals einen mir lieben Menschen verloren und war in ein tiefes Loch gefallen.

Um mich besser zu fühlen, lenkte ich mich ab. Mit allen möglich Dingen, aber eben auch mit Shopping. Ich begann wirklich zu glauben, dass ich all die Dinge tatsächlich brauche.

Das war aber – wie du dir denken kannst – ziemlicher Blödsinn.

Mein Kleiderschrank quoll bereits über. Ich musste einen neuen Schuhschrank kaufen, weil ich keinen Platz mehr für die vielen neuen Paare hatte.

VIELE DINGE KANNTE ICH GAR NICHT MEHR

Als mir auffiel, dass viele Dinge im meinem Kasten waren, von denen ich nichts mehr wusste, wurde mir auch bewusst, dass es so nicht weitergehen konnte.

Ich mistete meinen Kleiderschrank aus und spendete drei große Müllsäcke voller Klamotten. Ich sortierte meine Schuhe aus und entsorgte die, die ich ohnehin nie trug.

Ein Jahr später machte ich das Gleiche wieder. Ich hatte nicht viel Neues gekauft, spendete aber wieder zwei große Müllsäcke an Kleidung.

Mein Tipp an dich ist also erst einmal, dass du darüber nachdenkst, was alles in deinem Kleiderschrank hängt und was du davon wirklich trägst. Weißt du überhaupt, was du alles hast? Was verbirgt sich ganz hinten in deinem Kasten?

Räum einmal alles aus und gib nur noch die Kleidungsstücke zurück, die du tatsächlich trägst. Diejenigen, die du im letzten Jahr wirklich getragen hast. Manche gehen sogar soweit und behalten nur Dinge, die sie in den letzten drei Monaten getragen haben. Das halte ich für sehr risikoreich, immerhin fehlt dann entweder der Sommer oder der Winter. Aber du kannst natürlich so rigoros ausmisten, wie du es für richtig hältst. Nur, trenne dich auch wirklich von Dingen, die du nicht mehr verwendest.

Du wirst dich alleine danach schon erleichtert fühlen.

Damit du aber nicht wieder an diesem Punkt landest, solltest du ab nun darüber nachdenken, ob du ein Produkt wirklich brauchst. Natürlich kannst du dir auch etwas kaufen, alleine aus dem Grund, weil es dir gefällt. Aber höre darauf, ob du es einfach haben willst, weil es schön ist, oder, ob mehr dahinter steckt und du irgendetwas kompensieren möchtest.

Wende diese Taktik am besten auf alle deine Käufe an.

Du kannst nach und nach deine gesamte Wohnung nach diesem Prinzip ausmisten. Und vergiss bitte nicht den Keller, den Dachboden, den Garten, das Auto,…

Du wirst dich bestimmt besser fühlen!

Alleine dieser Prozess wirkt sehr reinigend. Stärke aber auch deinen Selbstwert. Ich kenne dich nicht, aber eines kann ich dir mit Sicherheit sagen: Du bist etwas ganz Besonderes! Du bist einzigartig! Du bist es wert, geliebt zu werden, so wie du wirklich bist!

SUCHE NICHT IM AUSSEN, WAS IN DIR IST

Und du kannst nichts im Außen suchen, was du nur in dir selbst finden wirst.

Nimm dir also, nachdem du dich von allem überschüssigen Ballast befreit hast, Zeit, um in dich zu gehen. Wie geht es dir? Was willst du wirklich? Was brauchst du jetzt gerade? Wohin soll dein Weg führen?

Um deine Gedanken zu beruhigen, kannst du auch meditieren. Entweder du setzt dich still hin und beobachtest deinen Atem und hörst tief in dich hinein, oder du beschäftigst dich mit einem kreativen Hobby.

Dann nimm dir Zeit, um in dich hinein zu fühlen. Wie würdest du dich jetzt gerne fühlen? Was brauchst du, um dich so fühlen zu können? Was kannst du tun, um diesem Gefühl etwas näher zu kommen?

Frag dich in Zukunft vor jedem Kauf: Brauch ich das wirklich? Wofür steht dieses Produkt stellvertretend? Und wie kann ich dieses Gefühl besser erreichen?

Um es dir einfacher zu machen, kannst du auf den Armlängentest zurückgreifen, den ich in einem meiner Artikel genau beschrieben habe.

Ich habe eine Zeit lang vor jedem Kauf so ausgetestet, ob ich das neue Kleidungsstück, das neue Elektrogerät, usw. wirklich brauche. Du kannst dir bestimmt denken, welche Antwort ich fast immer bekommen habe:

“Nein!”

Fühl’ dich pudelwohl!

Herzliche Grüße,

 

 

  • Maike sagt:

    Hallo Natascha,
    wer kennt nicht das von dir beschriebene Szenario? Auch ich war regelrecht süchtig nach neuen Sachen (vor allem Kleidung). Mein Kleiderschrank war voll, aber ich hatte nichts zum Anziehen. Irgendwann fing ich auch an, auszumisten. Es flog alles raus, was ich nicht mehr mochte, was mir nicht mehr passte oder einfach nicht mehr mein Stil war. Mein Kleiderschrank war anschließend ziemlich leer – aber ganz plötzlich hatte ich wieder etwas zum Anziehen. Denn es waren nur noch Dinge in meinem Schrank, die mir wirklich gefielen, in denen ich mich wohlfühlte und an denen ich mich nicht satt sah.
    Vom Kleiderschrank ausgehend habe ich nach und nach die ganze Wohnung ausgemistet. Was für ein Befreiungsschlag! Ich miste regelmäßig aus und bin auch inzwischen sehr wählerisch, was neue Gegenstände angeht. Etwas darf nur noch bei mir einziehen, wenn ich es brauche oder es mein Leben leichter/besser/schöner macht und ich davon zu 100 % überzeugt bin – alles andere ist nichts als Ballast für mein Leben. 🙂

    Viele Grüße
    Maike

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