Was du selbst für dein körperliches und emotionales Wohlbefinden tun kannst

Stress

Was Stress mit deinem Körper anstellt

Du kennst sicher das Gefühl, wenn du in der Früh zu spät dran bist und in die Arbeit oder zu einem Termin musst.

Du stehst unter Zeitdruck, bist aus irgendeinem Grund zu spät von Zuhause weggekommen und hetzt jetzt so schnell wie nur möglich von einem Ort zum anderen.

Du steigst in dein Auto, willst ordentlich auf die Tube drücken, um die verlorene Zeit vielleicht noch einholen zu können und dann auch noch das: Stau.

Im Gedanken gehst du alle möglichen Szenarien durch, die deine Verspätung zur Folge haben kann. In deinem Kopf überschlagen sich die Gedanken.

Du ärgerst dich über den Verursacher des Staus, schimpfst die bekloppten Autofahrer vor dir, die einfach nicht weiterfahren wollen.

Alle möglichen Emotionen kommen gleichzeitig hoch: Sorge, Wut, Angst.

Endlich am Ziel angekommen, sind die Folgen deiner Verspätung bestimmt längst nicht so schlimm, wie du gedacht hattest. Trotzdem kannst du nicht durchatmen.

Du musst das nächste Meeting vorbereiten, solltest endlich an deine Arbeit gehen oder steckst mitten in einem Termin, bei dem du gefordert wirst.

Selbst wenn du dich nur mit Freunden getroffen hast, kannst du noch nicht richtig abschalten und bist noch immer unter Druck.

Vielleicht bekommst du Magenschmerzen. Vielleicht machen sich auch Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme bemerkbar. Vielleicht geht es dir körperlich auch noch gut.

Passiert das aber öfter, wird dein Körper immer mehr auf den Stress reagieren und sich gar nicht mehr wohlfühlen.

Es gibt viele Vertreter der Meinung, dass Stress die Ursache der meisten Krankheiten ist. Umso wichtiger ist es, den Stress zu reduzieren.

AUSLÖSER FÜR STRESS

Es gibt die verschiedensten Auslöser, die deinen Körper stressen.

Da wäre zum Beispiel der Zeitdruck. Wenn du einmal spät dran bist, wird das noch keine großen Auswirkungen auf deinen Körper haben.

Es sei denn, du bist normalerweise ein überpünktlicher Mensch und machst dir aufgrund dessen noch viel mehr Stress mit deiner Verspätung als jemand, der nicht so viel Wert auf Pünktlichkeit legt.

Kommt es aber regelmäßig oder gehäufter vor, wird dein Körper mit Symptomen auf diesen Stress reagieren.

Bist du ein Workaholic oder hast einfach nur sehr viel zu tun, das zu einer bestimmten Zeit geschafft werden muss, verursacht auch das deinem Körper Stress.

Wahrscheinlich gönnst du dir nicht die nötigen Pausen, arbeitest stundenlang durch und das auch noch jeden Tag in deiner Arbeitswoche.

Woche für Woche. Monat für Monat. Jahr für Jahr.

Dein Körper hat auch Stress damit, wenn du zu viele Sorgen hast. Wenn du zu viel nachdenkst und immer ins Grübeln gerätst, regelmäßig Angst verspürst und dir Sorgen machen musst, dann wird sich auch das früher oder später mit körperlichen Symptomen bemerkbar machen.

AUCH SPORT KANN STRESS VERURSACHEN

Zu viel Sport – und damit meine ich wirklich fordernden Sport – ist ebenfalls auf Dauer nicht gesund.

Wenn du deinen Körper immer wieder überlastest und wirklich zu weit über seine Grenzen gehst, dann erzeugt auch das Stress und somit mit der Zeit körperliche Symptome.

Ich sage damit nicht, dass Muskelaufbau verboten ist. Aber du solltest deine Grenzen kennen und deinem Körper nicht zu viel zumuten.

Ich denke, dass du dir bei all diesen Beispielen sehr gut vorstellen kannst, dass es auf Dauer keine gesunde Lebensweise sein kann. Du weißt bestimmt, dass du deinem Körper und auch deinem Geist Pausen gönnen sollst.

Aber vielleicht sind dir die nächsten Auslöser für Stress weniger bekannt.

Eine falsche Ernährung erzeugt Stress in deinem Körper. Du kannst dadurch die gleichen Symptome bekommen, die auch zeitlicher Stress auslöst. Deine Organe können mit der Verarbeitung deiner Nahrung, bei falscher Ernährung, überfordert sein. Das verursacht Stress im Körper.

Zu wenig Schlaf verursacht ebenfalls Stress in deinem Körper. Ausreichend und erholsamer Schlaf ist lebensnotwendig. Gönnst du deinem Körper diese Pause nicht oder nicht ausreichend, reagiert er mit Stress und seinen körperlichen Symptomen.

WIE DU DEN STRESS IN DEINEM LEBEN REDUZIERST

Die gute Nachricht: Es gibt zum Glück viele Möglichkeiten, den Stress in deinem Leben zu reduzieren. Die schlechte Nachricht: Du musst etwas dafür tun – regelmäßig. Von nichts kommt nichts.

1. ÜBE DICH IN DANKBARKEIT

Was Dankbarkeit mit Stressreduktion zu tun hat? Ganz einfach.

Wenn du dir täglich die Dinge ins Gedächtnis rufst, für die du dankbar bist, entwickelst du eine positivere Einstellung zum Leben und wirst automatisch gelassener.

Das tägliche Praktizieren von Dankbarkeit steigert dein Wohlbefinden enorm. Das belegen auch zahlreiche Studien zu diesem Thema.

(Counting Blessings Versus Burdens: An Experimental Investigation of Gratitude and Subjective Well-Being in Daily Life, The role of gratitude in the development of social support, stress, and depression: Two longitudinal studies, Coping style as a psychological resource of grateful people)

2. MEDITIERE

Wusstest du, dass das regelmäßige Praktizieren von Meditation – 12 bis 15 Minuten täglich – deine DNA verändern kann?

Es ist wirklich bemerkenswert wie viel Einfluss unsere Gedanken und vor allem das kontrollierte Denken beziehungsweise Nicht-Denken auf unseren gesamten Organismus hat.

Bereits eine ganz kurze Meditation, die noch dazu sehr einfach geht, hat Einfluss auf dein Wohlbefinden.

(Meditation experience is associated with increased cortical thickness, Mindfulness practice leads to increases in regional brain gray matter density)

Mach’ gleich eine kleine Übung.

Konzentriere dich drei Atemzüge lang auf deinen Atem. Zähle beim Einatmen bis 4 und beim Ausatmen bis 6. Du wirst dich augenblicklich frischer und entspannter fühlen. Denk nur daran, was dann 15 Minuten täglich nach einigen Wochen für Auswirkungen auf dich haben!

3. ACHTE AUF DIE RICHTIGE ERNÄHRUNG

Hau’ dir kein Fast Food in den Bauch.

Gehe bewusst mit deiner Ernährung um.

Im Grunde wissen wir alle längst, was wir wirklich brauchen. Wir müssen uns nur wieder darauf besinnen und auch danach leben. Wenn du nicht intuitiv weißt, was dir gut tut und was nicht, dann stärke deine Mitte.

Es ist der beste Weg, um wieder selbst zu spüren, was dir gut tut.

Übrigens: Wenn du dich an alle diese Punkte hältst, wirst du wieder viel bewusster leben und gat keine ungesunden Mahlzeiten mehr zu dir nehmen wollen.

Dein Körper wird es dir danken

Er ist nämlich pausenlos damit beschäftigt, deine Nahrung in Lebensenergie umzuwandeln.

Deshalb heißt es auch LEBENsmittel.

Wenn du deinem Körper das gibst, was er braucht und ihn nicht überlastest, dann wird er es dir mit viel Lebensenergie danken.

4. MACHE AUSREICHEND BEWEGUNG

Du bringst deine Lebensenergie zum Fließen, wenn du dich bewegst.

Dein Körper ist nicht dafür geschaffen, nur zu sitzen. Durch die richtige Bewegung werden vorhandene Blockaden gelöst und deine Energie richtig im Körper verteilt.

Bewegung ist ein großer und wichtiger Teil einer gesunden Lebensführung.

Bewegungsarten, die dich stärken, sind Qi Gong, Yoga und Taiji. Alle diese Formen der Bewegung zielen darauf ab, deine Aufmerksamkeit, dein Bewusstsein, deinen Atem, deinen Geist und deinen Körper zu schulen.

Sie entschleunigen und entstressen dich.

5. GÖNNE DIR PAUSEN

Nimm dir Zeit für dich. Atme auch zwischendurch tief ein und aus. Mache Pausen von deiner Arbeit und allem, was dich stresst. Teile deinen Tag in Sequenzen ein.

Arbeite zum Beispiel 90 Minuten lang an einer Sache und mache dann 10 Minuten Pause bevor du dich dem nächsten Thema widmest.

Natürlich gibt es noch viel mehr Methoden, um den Stress zu reduzieren. Aber diese fünf werden schon sehr viel bewirken, wenn du sie nur regelmäßigen in dein Leben integrierst.

  • Michel sagt:

    Meditation ist wirklich super. Auch wenn (meiner Erfahrung nach) immer noch viel zu viele Menschen Vorbehalte gegenüber der Meditation haben. Aber das ist wohl das typische Schubladendenken. Meditation bzw. seinen Alltag achtsam zu (er)leben ist wirklich wunderbar.

    Ich meditiere seit vielen Jahren und möchte nicht mehr ohne Meditation meinen Tag starten. Ich bin heute früh um 4:30 aufgestanden… raus auf den Balkon… so eine Stille… so eine Frische… und dann… tiiiiiiefe Atemzüge… es tut so gut… 15 Minuten lang einfach nur da sein… in Stille… nur ich und der Atem… 😉

    Ich denke, was Meditation angeht, stehen wir noch ganz am Anfang dessen, was wir wirklich damit erreichen können. Stell dir nur mal vor, Meditation würde in Schulen eingeführt werden. Das wäre heftig, oder?

    Ich kann mich noch erinnern, dass wir damals in der Schule eine Lehrerin hatten, die mit uns zu Beginn des Unterrichts eine kleine Phantasiereise unternommen hat. Sie hatte einen Kassettenspieler (Anfang der 90er Jahre) dabei. Und jede ihrer Unterrichtsstunden (4 pro Woche) begann mit der geführten Phantasiereise.

    Ich erinnere mich noch ganz genau an das Gefühl. Es war irgendwie komisch. Es tat aber auch ziemlich gut. Ich habe gemerkt, wie ich mich nach und nach drauf einlassen konnte und sich die Entspannung in mir ausgebreitet hat. Auch erinnere ich mich daran, dass die Stimmung in der Klasse danach allgemein viel entspannter war. Und das bei einer Truppe von fast 30 Kindern, das ist schon eine Leistung.

    Kaum auszudenken, wenn wir jeden Tag den Unterricht so begonnen hätten. Vielleicht auch zweimal am Tag.

    Vor einigen Tagen war ich mit einem Freund unterwegs. Er hat einen Anruf von der Arbeit bekommen und sich danach fürchterlich über einen Vorfall auf der Arbeit aufgeregt. Er war so vertieft in seiner Wut. Diese typische Hilflosigkeit eines Wütenden.

    Ich habe ihn dazu überreden können, einfach nur 10 mal tiiiiief ein- und auszuatmen… ganz tiefe und intensive Atemzüge. Und es hat wunderbar funktkoniert. Mein Freund hat beschrieben, wie er die letzten tiefen Atemzüge so wahrgenommen hat, als wenn die Wut mit dem Ausatmen förmlich aus ihm herausströmt. Spannend, wie er das beschrieben hat.

    Gruß, Michel

    • Natascha sagt:

      Hallo Michel!

      Die Idee mit der Meditation im Unterricht finde ich super! Überhaupt sollten unsere Kinder viel mehr “leben” lernen und in ihren eigenen Fähigkeiten gefördert werden. Kinder spüren sich selbst noch sehr gut und wissen oft noch intuitiv was sie brauchen, was ihnen gut tut und was nicht. Als Erwachsene sollten wir eigentlich darauf aus sein, dass sie das so lange wie nur möglich – am besten für immer – behalten. 🙂

      Herzliche Grüße,
      Natascha

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